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Margarete und ihre Schwestern

Heldinnen der Architektur

eine aktionistische Wanderausstellung auf den Vorplätzen der Architekturuniversitäten Wiens

gefördert durch das Bundeskanzleramt
Ein Projekt im Rahmen des Schütte-Lihotzky Stipendiums

Konzeption und Ausstellungsgestaltung: Theresa Häfele
Umsetzung in Zusammenarbeit mit Nina Bauer
© Theresa Häfele 2017

Projekte

Margarete und ihre Schwestern – Heldinnen der Architektur.

Eine Guerilla Vortragsreihe

Die Guerilla Vortragsreihe Margarete und ihre Schwestern – Heldinnen der Architektur ist eine Aktion und ein Statement zum aktuellen Misstand der Unterrepräsentation an Architekturpositionen von Architektinnen und Architketurtheoretikerinnen an den Universitäten. Es geht um das Öffnen der Diskussion und auch der Lehrinhalte. Es wird dort vorgetragen, wo der Zugang niederschwellig ist und Jede/-r an der Vorlesung teilnehmen kann. Sie findet bewusst auf den Vorplätzen, vor den Toren der Architektur-Universitäten statt um auf die bestehende Diskrepanz aufmerksam zu machen. Insgesamt sollen Frauenportraits und Architekturpositionen an eng aufeinanderfolgenden Terminen vorgestellt werden. Der Ort wechselt. Es wird ein mobiles Podium entworfen, dass reduziert und flexibel ist. Es soll jedoch einen Wiedererkennungswert und eine Signalwirkung produzieren.

Interviews

mit Marion Elias
mit Silvia Forlati und Anne Isopp
mit Gabu Heindl
mit Ursula Hofbauer
mit Silja Tillner

Statements

GH: Es kann nicht sein, dass man über die Frage „Wem gehört die Stadt“ diskutiert und dabei nur weiße Männer auf dem Podium sind.

ST: Ich bin sehr dafür, dass immer auf allen Podien Frauen sitzen müssen, es gibt keine qualifizierte Diskussion, wo das entschuldbar ist, schon gar nicht, wenn man über Städtebau oder Architektur redet (…) Wie sollen junge Kolleginnen oder Studentinnen, die auf solche Veranstaltungen gehen, Role-Models finden, wenn nicht genau in dieser Situation? In Vorträgen, in Interviews. Radio und Fernsehen – das ist natürlich gleich das nächste Thema.

AI: Anhand der Zahlen sieht man, dass mehr als die Hälfte der Studenten Frauen sind,  von denen viele nach dem Studium von der Bildfläche verschwinden. Das ist erschreckend. Es gibt zu wenig bekannte Architektinnen, sowie kaum eine, die ein Büro alleine führt.

ME: Vom Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen bin ich in sehr vielen Gremiensitzungen und muss immer noch erinnern: Hoppla, das ist keine 40-%-Quote in der Zusammensetzung. (…) Es geht nicht anders als mit Quoten und immer wieder hinschauen! Wenn man erklärt: Braucht man nicht. Es ist eh alles in Ordnung und ist eh alles normal, dann sind wir bald wieder zehn Jahre zurück.

ME: Es gibt sehr viele, die mit ihrer Arbeit in ihrer Epoche recht bekannt waren, und die nächste Generation oder übernächste löscht dann diese Erinnerung. Bei Männern passiert das nicht oder seltener und wir wissen überhaupt nicht wieso.

GH: Ich glaube, dass es in unser aller Verantwortung liegt, herrschaftlicher Geschichtsschreibung entgegenzuarbeiten oder auch demokratische Einschreibungen in der Geschichte, die unkenntlich gemacht wurden, neu lesbar werden zu lassen.

AI: Was man schon sagen kann, ist, dass dieser Anspruch auf Gleichberechtigung in den meisten Fällen von der Frau eingefordert wird. (…) auch wenn der Mann dazu bereit ist, braucht er nichts einzufordern.

ST: In der Systemtheorie gibt es die Erkenntnis, dass Systeme per se träge sind und sich daher nicht von sich aus verändern – vor allem wenn wie im Beispiel der Männernetzwerke viele Teilnehmer Vorteile daraus haben. , Warum sollten sie – die Männer – es verändern? Es funktioniert ja. Das geht nur durch massiven Druck von außen. Und das kann nur politischer Druck sein.

SF: Ist die Frage, was für ein Bild die Architekten von sich selbst haben oder haben wollen … das ist ein Bild, das keine Vereinbarkeit zulässt. Für Männer, sowie für Frauen.

SF: Es gibt ein strukturelles Thema: Dass die zeitlichen Strukturen und die Erwartungen nicht in Ausgewogenheit mit einem Familienleben harmonieren können. Das heißt, das kann nicht funktionieren. Und dann muss man wählen und da fängt das Problem an. In Österreich ist das besonders stark, weil die Formen der Kinderbetreuung, die Ideologie über die Mutterrolle sehr stark in einer „Nicht- Gleichberechtigung“ verankert ist.